Die systemische Aufstellung findet normalerweise in Gruppen (sechs bis zwölf TeilnehmerInnen) statt. Mit dem aufstellenden Klienten wird abgesprochen, welche Stellvertreter aufgestellt werden. Der Klient bittet dann andere Teilnehmer, Stellvertreter für jene Personen zu sein, die vorher durch die Leitung bestimmt worden sind. Er wählt auch einen Stellvertreter für sich selbst, so dass er als Beobachter zuschauen kann. Die Aufstellung geschieht total intuitiv. Der Aufsteller weist den Personen jenen Platz zu, der sich „richtig“ anfühlt. Das Bild, das so entsteht, sagt bereits sehr viel über die Beziehungen der einzelnen Personen zueinander aus: Stehen sie eng beieinander oder gibt es Distanz? Wer schaut sich an, wer schaut voneinander weg? Wer steht bei wem? Steht jemand alleine? Schaut jemand auf den Boden?

Sobald das ganze System aufgestellt ist, übernehmen die Stellvertreter die Gefühle jener Personen, die sie vertreten. Das heisst, jeder Einzelne wird zum Teil des aufgestellten Systems und fühlt in seiner Rolle genauso wie die Person, für die er oder sie steht. Hierfür gibt es verschiedene Erklärungsmodelle, die sich auf das sogenannte morphogenetische Feld (nach Rupert Sheldrake) berufen, das alle Menschen miteinander verbindet und aus dem sämtliche Informationen geschöpft werden können.

Doch ganz gleich, ob du diesen Erklärungsmodellen Glauben schenken möchtest oder nicht: Tatsache ist, dass die Stellvertreter plötzlich Dinge wahrnehmen können, die eindeutig mit jener Person zu tun haben, die sie vertreten. Und das, obwohl sie sie niemals kennengelernt haben und nichts über sie wissen. Hierfür bedarf es noch nicht einmal einer besonders ausgeprägten sensitiven Fähigkeit: Jeder Mensch kann das, auch du!